Das Fahrerjournal

Ausgabe Chiemgau · September 2026

Geschichten · Lektionen · Die Straße voraus

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Leserbriefe

Mein bester Kumpel lag vier Wochen im Klinikum. Auf dem Stuhl neben seinem Bett lagen Helm, Stiefel und Handschuhe. Nur die Hose fehlte.

Die hatten sie ihm in der Notaufnahme vom Bein geschnitten. Es war dieselbe Jeans, die ich an diesem Tag auch anhatte.

Werner Hartl

Foto: privat

Werner Hartl · Prien am Chiemsee · September 2026 · 7 Minuten Lesezeit

Krankenhausflur, auf einem Plastikstuhl liegen ein Motorradhelm, Stiefel und Handschuhe. Keine Menschen im Vordergrund, keine Verletzungen sichtbar.

Der Stuhl neben Klaus' Bett, eine Woche nach dem Unfall. Foto: privat

Mein Name ist Werner Hartl. Ich bin 64, war 38 Jahre Schreinermeister in Prien und fahre seit 1991 Motorrad. Heute eine Road King, schwarz, Baujahr 2014. Meine Frau Gabi sagt, ich rede über das Motorrad mehr als über sie. Sie hat nicht ganz unrecht.

Wenn du über 55 bist, einen Cruiser fährst und im Sommer in Jeans aufsteigst, weil Leder zu heiß ist und diese Adventure-Hosen an dir aussehen wie ein Raumanzug, dann lies bitte weiter. Ich war genau so einer. Bis zum Juni letzten Jahres.

1 —

Ein Samstag im Juni

Klaus Wimmer und ich fahren seit 26 Jahren zusammen. Er ist 62, fährt eine Indian Chief und ist der vorsichtigste Mensch, den ich kenne. Klaus bremst vor jeder Kurve zweimal. Wir haben ihn jahrelang dafür aufgezogen.

An diesem Samstag wollten wir die kleine Runde fahren. Über Aschau raus, am Chiemsee zurück, Kaffee und Kuchen am See. Nichts Besonderes. Die Runde, die wir hundertmal gefahren sind.

Klaus fuhr voraus. Am Ortsrand zog ein Lieferwagen aus einer Einfahrt, ohne zu schauen. Klaus war keine 40 km/h schnell. Er hat noch gebremst. Es hat nicht gereicht.

Er ist nicht weit gerutscht. Vielleicht acht, neun Meter. Aber das reicht, wenn zwischen dir und dem Asphalt nur ein Stück Baumwolle ist.

Ich stand daneben, als der Notarzt die Jeans aufschnitt. Das rechte Knie. Die Hüfte. Ich werde nicht beschreiben, was darunter war. Ich sage nur so viel: Die Jeans hat nicht einmal die ersten zwei Meter überlebt.

Und ich stand da, in genau derselben Jeans. Gleiche Marke. Gleicher Schnitt. Wir hatten sie im Frühjahr zusammen gekauft, im Sonderangebot, zwei für eins.

2 —

Vier Wochen Klinikum

Klaus lag vier Wochen im Krankenhaus. Hauttransplantation am Knie, eine Operation an der Hüfte. Danach vier Monate Reha. Die ganze Saison war vorbei, bevor sie richtig angefangen hatte.

Als ich ihn das erste Mal besuchte, stand neben seinem Bett ein Plastikstuhl. Darauf lagen sein Helm, seine Stiefel, seine Handschuhe. Seine Frau hatte alles aus der Notaufnahme mitgenommen. Der Helm hatte einen Kratzer. Die Stiefel waren fast unbeschädigt. Die Handschuhe auch.

Nur die Hose fehlte. Die war im Müll gelandet.

Ich saß eine Stunde bei ihm und schaute immer wieder auf diesen Stuhl. Helm, Stiefel, Handschuhe.

Für Kopf, Füße und Hände hatten wir uns alle Mühe gegeben. Für die Beine nicht.

Auf der Heimfahrt habe ich an jeder Ampel auf meine eigenen Knie geschaut.

Zwei ältere Männer auf ihren Cruisern an einem Aussichtspunkt im Chiemgau, Berge im Hintergrund, entspannte Stimmung, Erinnerungsfoto.

Klaus und ich über dem Chiemsee, zwei Sommer vor dem Unfall. Beide in Jeans. Foto: privat

3 —

Ich hatte es ja versucht

Ich will ehrlich sein: Ich war nicht dumm. Ich wusste, dass Jeans nichts taugen. Ich hatte es versucht. Dreimal.

Die Lederhose habe ich 2012 gekauft, beim Händler in Rosenheim, für viel Geld. Im ersten Juli bin ich damit um den Chiemsee gefahren, 31 Grad. Nach einer Stunde war ich so durchgeschwitzt, dass ich in Gstadt in den Schatten musste. Seitdem hängt sie in der Garage.

Dann eine Adventure-Textilhose. Protektoren, Belüftung, Reflektoren, alles dran. Auf einer Road King sah ich damit aus wie einer, der sich auf dem Weg zur Sahara verfahren hat. Beim Stammtisch hat keiner was gesagt. Das war schlimmer, als wenn einer was gesagt hätte.

Dann eine Kevlar-Jeans. Die sah gut aus. Aber die Polster darin waren weiche Schaumstoffkissen in Stofftaschen. Nach zwanzig Minuten saßen sie irgendwo am Schienbein.

Irgendwann habe ich aufgegeben und bin wieder in normaler Jeans gefahren. Wie alle anderen auch.

Was ich alles probiert habe

✕

Lederhose — zu heiß

✕

Adventure-Textilhose — zu klobig

✕

Kevlar-Jeans — Polster verrutschen

4 —

Für uns hat nie jemand gebaut

In den Wochen nach Klaus' Unfall habe ich viel nachgedacht. Und irgendwann ist mir aufgegangen, warum das alles nie gepasst hat.

Wer Motorradkleidung macht, denkt an drei Sorten Fahrer. An die Jungen auf der Rennstrecke, in Leder. An die Abenteurer, die mit Alukoffern bis ans Nordkap fahren, in Textil. Und an die jungen Pendler, die in der Stadt gut aussehen wollen, in modischer Kevlar-Jeans.

Aber an uns? Männer über 60, auf Cruisern, die im Sommer um den See fahren, danach im Biergarten sitzen und nicht aussehen wollen, als kämen sie von einer Expedition?

An uns hat, so kam es mir jedenfalls vor, nie jemand gedacht. Also sind wir alle in Jeans gefahren. Nicht, weil es uns egal war. Sondern weil es für uns nichts gab, das wir auch wirklich anziehen wollten.

5 —

Hubert

Im Oktober saß ich beim Stammtisch in Traunstein neben Hubert. Hubert ist 67, fährt seit über 40 Jahren eine Electra Glide und hat noch nie in seinem Leben etwas gekauft, nur weil es neu ist.

Er hatte eine dunkle Hose an. Gerader Schnitt, sah aus wie eine ganz normale Arbeitshose. Ich hätte nicht zweimal hingeschaut.

Dann hat er mir erzählt, dass da CE-Protektoren an Knie und Hüfte drin sind. Er hat mich an sein Knie klopfen lassen. Fest, genau da, wo es bei Klaus aufgerissen war.

„Hat mir meine Tochter letzten Sommer geschenkt", sagte er. „Seitdem fahre ich nichts anderes mehr."

Beim Händler hatte ich die Hose nie gesehen. Kein Wunder: Borvane verkauft direkt online an die Fahrer. Hätte Hubert sie nicht angehabt, hätte ich nie davon erfahren.

Stammtisch in einem bayerischen Wirtshaus, zwei ältere Motorradfahrer im Gespräch, Helme auf dem Tisch, warmes Licht.

Hubert zeigt mir am Stammtisch, wo die Protektoren sitzen. Foto: privat

6 —

Was die Hose ist und was nicht

Borvane SchutzKraft™ Motorradhose

Meine SchutzKraft™ auf der Werkbank, Protektoren daneben. Foto: privat

Sie heißt Borvane SchutzKraft™ Motorradhose. Von außen sieht sie aus wie eine gute, dunkle Alltagshose. Schmaler Rider-Fit, keine dicken Polster, die nach außen stehen.

Was drin steckt

Innen stecken CE-Level-2-Knie- und Hüftprotektoren nach EN 1621-1. Genau an den Stellen, die bei einem Sturz zuerst auf dem Asphalt aufschlagen. Genau da, wo es bei Klaus aufgerissen war.

Dazu ist sie Kevlar-verstärkt. Die Protektoren kann man herausnehmen. Sie hat sechs Taschen und ist aus wasserabweisendem Material, sodass ein kurzer Schauer einfach abperlt.

Und das, was mich an der Lederhose immer umgebracht hat, die Hitze? Sie hat Belüftungsreißverschlüsse an den Beinen. An heißen Tagen am See mache ich sie auf, und der Fahrtwind geht durch. Mit meiner alten Lederhose nicht zu vergleichen.

Ich will ehrlich sein, weil ich will, dass jemand ehrlich zu mir ist: Das ist keine Rennkombi. Wer auf die Rennstrecke will, braucht etwas anderes. Und bei stundenlangem Dauerregen ziehe ich nach wie vor die Regenhose drüber.

Aber für das, was ich tatsächlich fahre, den See, die Alpenstraße, die Runde am Samstag, ist sie das, was ich 30 Jahre lang gesucht habe.

7 —

Der Abend in der Küche

Ich hätte sie trotzdem fast nicht bestellt.

Nicht wegen des Geldes. Sondern weil es sich anfühlte wie ein Eingeständnis. Als würde ich damit sagen: Werner, du bist jetzt alt. Du traust dir nichts mehr zu.

Ich saß an einem Abend im November mit dem Laptop in der Küche und habe die Seite dreimal zugemacht. Gabi hat mir eine Weile zugeschaut. Dann hat sie sich zu mir gesetzt.

„Werner. Das ist keine Hose für alte Männer. Das ist die Hose, mit der du noch zehn Jahre fahren kannst. Ich will nicht an so einem Stuhl im Krankenhaus sitzen. Bestell sie."

Ich habe sie noch am selben Abend bestellt.

8 —

Seitdem

Ich trage sie seit dem ersten warmen Tag im April. Um den See, über die Alpenstraße nach Reit im Winkl, zum Stammtisch. Im Biergarten hat noch keiner gefragt, was ich da anhabe. Die Einzigen, die es wissen, sind die, denen ich es erzähle.

Und das mache ich inzwischen oft.

Klaus fährt wieder. Seit Juli, vorsichtig, noch langsamer als früher. Er trägt jetzt auch eine Borvane. Die Jeans aus dem Sonderangebot, die ich noch hatte, habe ich in die Altkleidersammlung gegeben.

Im August hat mich mein Enkel Leon gefragt, ob er mal mitfahren darf. Er ist zwölf. Früher hätte ich Nein gesagt, oder Ja und dabei ein flaues Gefühl gehabt.

Wir sind zusammen nach Reit im Winkl gefahren, zum Eisessen. 40 Kilometer, Leon hinter mir, beide ordentlich angezogen. Auf dem Rückweg hat er mir die ganze Zeit auf die Schulter geklopft, weil er wollte, dass ich schneller fahre.

Ich bin nicht schneller gefahren. Aber ich habe die ganze Strecke gelächelt.

Älterer Mann auf seinem Cruiser mit einem Jungen als Sozius, beide mit Helm, an einem Eiscafé in einem bayerischen Ort, Sommerlicht.

Leon und ich in Reit im Winkl. Das Eis hatte er sich verdient. Foto: Gabi

9 —

Wenn du so fährst wie ich

Wenn du über 55 bist, seit Jahrzehnten fährst und immer noch in Jeans aufsteigst, weil dir nichts anderes gepasst hat, dann schau sie dir an.

Borvane SchutzKraft™ Motorradhose

1 Paar: 129 €

258 €

2 Paar: 219 € (eins für dich, eins für deinen Kumpel)

Gürtel gratis dabei (Wert 25 €)

Kostenloser Versand nach Deutschland

60 Tage Geld-zurück-Garantie

1 Jahr Garantie

CE-Level-2-Knie- und Hüftprotektoren nach EN 1621-1

Nimm dir zwei Minuten für die Größentabelle auf der Produktseite. Und wenn sie nicht passt, kannst du sie umtauschen.

Auf dem Stuhl im Klinikum lagen Helm, Stiefel und Handschuhe. Für die Beine hatten wir uns keine Mühe gegeben.

Jetzt schon.

Werner Hartl, Prien am Chiemsee

P.S. Wenn du einen Vater, Bruder oder Kumpel hast, der noch in Jeans fährt, weil „alles andere schlimmer ist", schick ihm diese Geschichte. Nicht wegen der Hose. Wegen des Stuhls.

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